CIBIO-BIOPOLIS, das Forschungszentrum für Biodiversität und genetische Ressourcen der Universität Porto, stellt fest, dass frühe Lebenserfahrungen die Art und Weise prägen, wie opportunistische Arten Mülldeponien ausnutzen, indem sie sich den Überfluss an menschlichen Lebensmittelabfällen zunutze machen.
Die am Mittwoch in Proceedings of the Royal Society B veröffentlichte Studie zeigt, dass Weißstörche mit zunehmendem Alter lernen, diese Nahrungsressourcen effizienter zu nutzen.
Für die Studie nutzten die Wissenschaftler GPS-Tracking-Daten von 218 Weißstörchen (71 Erwachsene und 147 Jungtiere), die über einen Zeitraum von bis zu sechs Jahren gesammelt wurden.
Die Forscher "beobachteten deutliche Veränderungen im Fütterungsverhalten auf Mülldeponien im Laufe der Zeit".
Nach Angaben des Forschungszentrums "erkunden jüngere Vögel zunächst eine Vielzahl von Lebensräumen", aber "mit zunehmender Erfahrung beginnen sie, Mülldeponien häufiger aufzusuchen."
Sie suchen Gebiete mit mehr organischen Abfällen auf, wodurch sich der Energiebedarf für die Nahrungsaufnahme verringert.
"Ab dem zweiten Lebensjahr werden diese Verbesserungen besonders deutlich, was auf einen progressiven Lernprozess hindeutet. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Spezialisierung in erster Linie auf individuelle Verbesserungen im Laufe der Zeit zurückzuführen ist und nicht auf das Überleben derjenigen Individuen, die diese Ressourcen am besten ausnutzen können", stellt die Einrichtung fest.
Bruno Herlander Martins, Forscher am CIBIO-BIOPOLIS und Erstautor der Studie, wird in der Pressemitteilung wie folgt zitiert: "Das Verständnis der Mechanismen, die es diesen Arten ermöglichen, neue Nahrungsressourcen zu nutzen, ist von grundlegender Bedeutung für die Vorhersage ökologischer Veränderungen in vom Menschen geprägten Landschaften und die Unterstützung von Erhaltungsstrategien, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen."
Für Inês Catry, die Koordinatorin der Studie, sind die Schlussfolgerungen vor dem Hintergrund der Änderungen in der europäischen Abfallbewirtschaftungspolitik, die die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln in Deponien in den kommenden Jahrzehnten deutlich verringern dürfte, besonders relevant.
CIBIO-BIOPOLIS erklärt, dass "angesichts der möglichen Schließung oder Umwandlung dieser Standorte das Verständnis dafür, wie Vögel ihre Entscheidungen anpassen, für die Vorhersage der Zukunft wild lebender Populationen von entscheidender Bedeutung ist."
Die Studie wurde im Rahmen der Doktorarbeit von Bruno Herlander Martins an der Fakultät für Naturwissenschaften der Universität Porto und der School of Environmental Sciences der University of East Anglia durchgeführt.






