Bis 2026 sehen sich Stadtteile, die für ihre Vielfalt, Sicherheit und soziale Lebendigkeit bekannt sind, einem starken Preisdruck ausgesetzt, der durch den Zustrom von digitalen Nomaden, Auswanderern und vermögenden internationalen Investoren verursacht wird. Dieses Immobilienphänomen, das international als „Pink Gentrification“ bekannt ist, verändert die lokale Identität und verdrängt langjährige Bewohner aus diesen zentralen Stadtteilen.

Branchenexperten stellen fest, dass der internationale Markt, der sich vor allem aus Bürgern aus Nordeuropa, Großbritannien, den USA und Brasilien zusammensetzt, die soziale Toleranz und Sicherheit in portugiesischen Städten schätzt.

In Porto ist zudem ein wachsender Trend zu beobachten, dass LGBTI+-Personen und -Paare vorzeitig in den Ruhestand gehen und die Stadt als ihren ständigen Wohnsitz wählen.

Wirtschaftliche Dynamik

Diese wirtschaftliche Dynamik spiegelt sich in einem starken Anstieg sowohl der Kaufpreise als auch der Mietpreise in den wichtigsten Stadtteilen von Lissabon und Porto wider, angeheizt durch eine erhebliche Verknappung des Wohnungsangebots und einen Nachfrageanstieg bis Mai 2026.

Großraum Lissabon

Im Großraum Lissabon bleibt der Stadtteil Arroios ein wichtiges multikulturelles Zentrum; allerdings ist das Angebot an zum Verkauf stehenden Wohnungen um 20 % eingebrochen, während die Nachfrage um 38 % gestiegen ist. Dies hat den Mediankaufpreis auf 595.000 € und die durchschnittliche Monatsmiete auf 1.690 € getrieben, nachdem die Mietnachfrage um 106 % in die Höhe geschnellt ist.

In der Nähe entwickelt sich Marvila zunehmend zu einem etablierten kreativen und alternativen Zentrum und verzeichnet einen Preisanstieg von 14 % im Vergleich zum Vorjahr, der den Medianverkaufspreis auf 670.000 € getrieben hat, während sich die Durchschnittsmieten bei 1.565 € pro Monat einpendelten. Unterdessen zieht das Viertel Alcântara weiterhin Käufer mit höherem Einkommen an: Der Quadratmeterpreis erreichte 6.810 € (ein Anstieg um 10 %), wodurch sich der Mediankaufpreis auf 605.000 € und die monatliche Miete auf 1.470 € festsetzte.

Die Dynamik dieses Marktsegments erstreckte sich auch auf das Südufer, insbesondere auf die Costa da Caparica, wo ein drastischer Rückgang des verfügbaren Mietangebots um 63 % dazu beitrug, dass sich die Medianmiete auf 1.200 € pro Monat einpendelte, während die durchschnittlichen Kaufkosten bei 415.000 € lagen.

In der Nachbarstadt Almada verzeichnet der Markt einen starken Anstieg des Quadratmeterpreises um 22 % (auf 3.653 €), bei einem weiterhin äußerst wettbewerbsfähigen Mediankaufpreis von 320.000 € und vollkommen stabilen Mieten von 1.200 € pro Monat.

Großraum Porto

Im Großraum Porto verzeichnete das historische Stadtzentrum, das die Stadtteile Cedofeita, Santo Ildefonso, Sé, Miragaia, São Nicolau und Vitória umfasst, einen Anstieg der Kaufnachfrage um 14 % bei gleichzeitigem Rückgang des verfügbaren Bestands um 14 % im Vergleich zum Vorjahr; Diese Knappheit führte zu einem Quadratmeterpreis von 4.914 €, wodurch die medianen Kaufkosten auf 390.000 € und die Mieten auf 1.100 € pro Monat stiegen.

Das Viertel Bonfim bestätigte seine große Attraktivität mit einem Anstieg der Kaufnachfrage um 51 %, wodurch der Mediankaufpreis auf 350.000 € (ein Anstieg um 13 %) stieg und sich der Marktmietpreis bei 1.050 € pro Monat einpendelte.

Das Gebiet Campanhã hat sich endgültig von einem bloßen Versprechen der Stadterneuerung gelöst: Die Mietnachfrage hat sich genau verdoppelt, während das Angebot um 35 % schrumpfte – ein Szenario, das die Mieten auf 1.150 € pro Monat in die Höhe trieb und den Mediankaufpreis auf 362.300 € festsetzte.

Schließlich ist für diejenigen, die zu moderateren Preisen in den Markt von Porto einsteigen möchten, die Gemeinde Paranhos eine der interessantesten Optionen in der lokalen Landschaft. Sie weist einen mittleren Kaufpreis von 325.000 € und mit 990 € die günstigste Monatsmiete unter allen analysierten Gebieten auf.