Anhaltende geopolitische Spannungen, eine stärkere Fragmentierung des Welthandels, demografischer Druck und klimatische Herausforderungen bilden ein anspruchsvolles Szenario. Portugal hat jedoch einen wirtschaftlichen Kurs eingeschlagen, der zwar umsichtig, aber strukturell solide ist.
Für 2025 wird ein BIP-Wachstum von etwa 2 % prognostiziert, wobei für 2026 eine leichte Beschleunigung erwartet wird. Dies ist kein übermäßiges Wachstum, aber es ist beständig und liegt über dem Durchschnitt der Eurozone. Investitionen und privater Verbrauch sind nach wie vor die Haupttriebkräfte der Wirtschaftstätigkeit, auch wenn es Anzeichen für eine künftige Abschwächung gibt, insbesondere mit dem allmählichen Ende der Umsetzung des RRP. Die Inflation stabilisiert sich in der Nähe von 2 %, die Arbeitslosigkeit bleibt auf einem historisch niedrigen Niveau, und die öffentliche Verschuldung setzt ihren Abwärtstrend fort und nähert sich einem Niveau, das die externe Glaubwürdigkeit des Landes stärkt.
Dieser makroökonomische Rahmen ist für den Immobiliensektor von besonderer Bedeutung. Ein nachhaltiger Immobilienmarkt hängt von drei Grundpfeilern ab: Beschäftigung, finanzielle Stabilität und institutionelles Vertrauen. Und diese Säulen sind im Moment vorhanden.
Es stimmt, dass die ausländischen Direktinvestitionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen sind, was das unsichere globale Umfeld widerspiegelt. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass der Immobilien- und Bausektor weiterhin einen sehr großen Teil dieses Kapitals aufnimmt. Vor dem Hintergrund der internationalen Volatilität erweisen sich Immobilien aufgrund ihrer Greifbarkeit und ihrer Fähigkeit, stabile Erträge zu erwirtschaften, als Zufluchtsort, wie aus dem WM-Marktbericht Ende 2025-2026 hervorgeht.
Portugal profitiert heute von einer im europäischen Kontext seltenen Kombination: einer kontinuierlichen Verbesserung des Länderratings, einem Arbeitsmarkt, der sich auf einem historischen Höchststand befindet, und einer zunehmend international anerkannten qualifizierten Talentbasis. Hinzu kommen ein hoher Anteil an erneuerbaren Energien und eine strategische Lage als atlantische Plattform.
Es gibt jedoch einen entscheidenden Faktor, der nicht außer Acht gelassen werden darf: die Glaubwürdigkeit. In einem sensiblen globalen Umfeld hat jede regulatorische oder steuerliche Instabilität unmittelbare Auswirkungen auf die Risikowahrnehmung. Vertrauen ist ein unsichtbares Gut, aber absolut entscheidend für die Anziehung von Investitionen.
Das Jahr 2026 wird nach meiner Einschätzung ein Jahr der Konsolidierung und nicht der beschleunigten Expansion sein. Und das ist gut so. Nachhaltiges Wachstum, das auf soliden Fundamentaldaten beruht, ist künstlichen Zyklen vorzuziehen, die durch übermäßige Liquidität angetrieben werden. Wirtschaftliche Reife ist heute ein Wettbewerbsvorteil.
Die Herausforderung besteht nun darin, Stabilität in strukturelles Wachstum umzuwandeln, die Produktivität zu steigern, produktive Investitionen zu beschleunigen und kritische Engpässe wie den Wohnungsbau und die Lizenzvergabe zu lösen. Denn ohne die Lösung dieser Variablen kann die Wirtschaft zwar wachsen, aber sie wird hinter ihrem Potenzial zurückbleiben.







